Eisenpfannen   leicht   gemacht

 

 

Salz statt NaCl

 

 

Ich habe lange überlegt, ob ich zum Thema Salz eine neue Unterseite erstellen soll, denn das ist ein sehr, sehr komplexes Thema, mit dem sich schon viele Wissenschaftler und Mediziner mit all ihren Studien und Einschätzungen sehr kontrovers beschäftigt haben. Ihnen all das auf einer kleinen Unterseite aufzubereiten, wäre genauso unmöglich wie arrogant meinerseits.

 

Salz wurde früher als das weiße Gold, das Salz des Lebens bezeichnet. Es gab Salzstraßen, Zölle wurden erhoben, in Frankreich zusätzlich Steuern. Im Mittelalter war es ein teures und wertvolles Gut und für viele Menschen damals unerschwinglich. Es wurde zur Chefsache erklärt, der Adel und die Kirche haben die Bedeutung schnell erkannt und für ihre wirtschaftlichen Interessen genutzt.

 

Sie fragen sich vielleicht jetzt, was hat Salz denn jetzt mit meinen geschmiedeten Eisenpfannen zu tun. Ganz einfach, neben Öl und Fett ist Salz vermutlich der häufigste Gast in Ihren Pfannen. Was liegt daher näher, sich auch etwas mit diesem Thema auseinander zu setzen?

 

Die Gründe, warum ich mich mit diesem Thema beschäftigte, liegen viele Jahre zurück. Es war der Entschluss, meinen Körper wieder auf Vordermann zu bringen. Ich habe das Netz und die Bücherläden durchforstet, mit dem laufen begonnen, die Ernährung umgestellt und nach vermeintlich sinnvollen Nahrungsergänzungsmitteln wie Mineralien und Vitaminen gesucht. Das Ergebnis war eine Gewichtsabnahme von 18 kg, kurz vor meinem ersten Marathon sogar 22 kg. Das aber nur am Rande.

 

Salz ist für Mensch und Tier essentiell und für den Elektrolythaushalt unverzichtbar. Leider hat es die Industrie auch hier geschafft, ein natürliches Produkt, bestehend aus 84 Elementen, zu denaturieren und auf zwei Elemente zu reduzieren: Natrium und Chlorid. Aber damit noch nicht genug. Mit E–Nummern und Rieselhilfen wird ursprünglichem, natürlichem Salz ein Großteil seiner Spurenelemente entzogen,  „industriekonform“ gemacht. Anderweitig vermarktbare Stoffe werden extrahiert, noch ein wenig werbewirksames Jod dazu und fertig war das Produkt. Irgendwie vergleiche ich das mit den bereits angesprochenen Transfetten: Eine natürliche Substanz wird solange verändert, bis sie gewinnmaximiert ist, ohne Rücksicht auf irgendwelche Verluste. Das Ergebnis ist ungefähr so, wie wenn Sie aus Ihrem Garten frisches Obst und Gemüse ernten und es solange kaputt kochen, bis nur noch Fasern und etwas grüne oder rote Farbe übrigbleibt. Mineralstoffe, Nährstoffe? - Fehlanzeige.

 

Ist es nicht pervers, dass Tiere an ihren Salzsteinen lecken, an einem Salz, das eben nicht raffiniert ist, welches nicht mit Zusatzstoffen und irgendwelchen Rieselhilfen aufgefüllt wurde und diese Tiere Ihnen vielleicht amüsiert zuschauen, wie Sie sich die Industriesalze einverleiben? 

 

Wussten Sie, dass das normale Kochsalz Rieselhilfen enthält, die dafür sorgen, dass das Salz nicht verklumpt? Es sind aber nicht nur Stoffe wie Calciumcarbonat, Magnesiumcarbonat, Natriumhexacyanoferat und Kaliumhexamcyanoferrat, sondern auch Substanzen, die für den menschlichen Körper in meinen Augen nicht so ganz dolle sind. Ich meine damit z.B. Aluminiumsilikate, Aluminiumhydroxid, Siliziumdoxid usw. Die Kosmetikindustrie wirbt seit einiger Zeit werbewirksam mit Deos ohne Aluminium...

 

Aus all diesen Überlegungen habe ich meine Konsequenzen gezogen. Ich verwende in unserer Küche seit über 10 Jahren ein Salz aus Portugal, gewonnen aus dem Rio Major, von einer kleinen Genossenschaft. Es ist ein naturreines, wunderbares Salz, sehr mild auf der Zunge. Für mich ein Gourmetsalz mit einem sehr guten Preis - Leistungsverhältnis. Im Auslieferungszustand ist es noch feucht, im Trocknungsprozess kann es verklumpen - kein Nachteil, sondern ein Qualitätsmerkmal...ich möchte keine bedenklichen Rieselhilfen im Salz, das wir verwenden...

Ich verwende dieses Salz auch sehr gerne zur Zahnreinigung, entweder pur oder als Sole. Mein Zahnfleisch und meine Geschmacksknospen auf der Zunge sind danach mit meinem körperlichen Befinden nach drei Saunagängen vergleichbar - ich fühle mich sauber, rein und entspannt. 

 

 

Wie glaubwürdig sind eigentlich Bäckereien, Metzgereien und Gastronomiebetriebe, die mit Öko, naturnah, biologisch, naturrein, besonderen Reinheitsgeboten usw. ihre Produkte vermarkten und anbieten, wenngleich diese mit billigstem Industriesalz angereichert sind? Schön, dass es mittlerweile Bäckereien gibt, die darüber nachgedacht haben und für Ihre Produkte mittlerweile Quellsalz aus Portugal oder andere, naturreine Salze verwenden. Beispiele finden Sie im Netz. Vielleicht ist es auch für das ein oder andere Unternehmen eine Überlegung wert, ein vernünftiges Salz als Alleinstellungsmerkmal zu nutzen, geschmacklich und werbetechnisch.

 

Ob Sie jetzt dieses Salz oder andere, wie z.B. Fleur del Sel oder Himalayasalz (eigentlich Salz aus Pakistan) verwenden, ist eine Frage Ihrer Geschmacksknospen und Ihres Geldbeutels. Welches dieser Produkte für Sie das bessere und ehrlichere Produkt ist, müssen Sie selbst herausfinden. Ihr Gaumen und ihr Taschenrechner wären brauchbare Entscheidungshilfen.

 

Mir ist in den letzten Jahren ein einziges Mal passiert, dass ich keinen Krümel des Salzes aus Portugal mehr in unserem Küchenschrank gefunden habe und deshalb auf Industriesalzreste zurückgreifen musste. Die verwendete Salzmenge war wie immer, das Kochergebnis aber leider bitter und versalzen, ich musste es leider in die Tonne kippen.

 

Nicht dass es jetzt heißt, ich würde das Industriesalz für nur schlecht halten. Nein, nein, für meine Eisenpfannen und unseren Garten ist es super. Bei den Pfannen ist es ein leichtes Scheuermittel, um unerwünschte Rückstände schonend zu entfernen. Im Garten nehme ich es sehr gerne für z.B. hartnäckigen Löwenzahn mit seinen Monsterwurzeln im Rasen. Einen Esslöffel davon in die Mitte der Pflanze, etwas Wasser und ich habe Ruhe. Nix mehr mit ausstechen und nach einer Woche wiederkommen. Der Vorgang in der Pflanze hat was mit Umkehrosmose zu tun. Löwenzahn ist eine wunderbare Pflanze, aber nicht an allen Stellen im Garten erwünscht.

 

Klar, dass diese naturreinen Salze teurer als die industriellen Speisesalze sind. 

Sie können für sich selbst entscheiden, ob Sie im Jahr lieber ein paar Euro mehr in Ihre Gesundheit investieren oder in die Zuzahlung für Medikamente, die eigentlich so in dem Umfang möglicherweise nicht immer notwendig wären. Und ob Sie beim Bäcker, Metzger oder Gastronomen ihres Vertrauens dafür bereit wären, ein paar wenige Cent mehr zu bezahlen.

 

Kompromisse sind nie ideal und allenfalls Notlösungen. Warum sollten Sie diese aber in ihrer eigenen Küche eingehen, wenn Sie es in Ihrer Hand haben, dagegen anzusteuern? Solange zu viele Industriesalze, Transfette, Essigessenzen und Teflonpfannen in vielen Privatküchen noch einen Platz haben, solange habe ich noch was zu schreiben, bruzzle in meinen geschmiedeten Eisenpfannen mit Ingwer, Knoblauch und Zwiebeln… - Hausapotheken können manchmal ganz einfach sein...

...mittlerweile gibt es immer mehr Menschen, die dieses Quellsalz aus Portugal verwenden, siehe auch mein Gästebuch . Sie haben sich nicht der - sagen wir mal so - einer manchmal etwas mangelhaften Ethik des einen oder anderen Salzlieferanten ergeben. Sondern sie haben ihre Sinne entscheiden lassen...wie sagte Pep Gardiola etwas abgewandelt so treffend: das oder nix...