Eisenpfannen   leicht   gemacht

 

 

Historie

 

 

Um mit einer Eisenpfanne braten zu können, brauchte man 2 Dinge: Feuer und Eisen -

nachfolgend eine kleine Exkursion in die Vergangenheit.

 

Feuer

 

Wann sich die Menschen genau das Feuer für sich zu Nutze machten, ist nicht genau geklärt. Vermutlich lag der Ursprung beim Homo erectus, vor fast 2 Millionen Jahren. Da er es noch nicht selbst "herstellen" konnte, konservierte er es z.B. nach entstandenen natürlichen Bränden als offenes Lagerfeuer. Dadurch war er in der Lage, Dinge zuzubereiten, die vorher im Rohzustand völlig ungenießbar waren, wie z.B. Wurzeln und Knollen. Es war wohl die wichtigste Entdeckung, die es je in der Menschheitsgeschichte gab. Sie hatte massive Auswirkungen auf die weitere Evolution des Menschen. Die Energiedichte in den zubereiteten Nahrungsmitteln wuchs und der Verdauungsapparat bekam weniger zu tun. Dadurch wuchs der Anteil der Gehirnmasse, ein Entwicklungsprozess über Jahrtausende.

 

Erst sehr viel später, vor ca 32.000 Jahren war man in der Lage, Feuer selbst herzustellen. Dazu war ein Funke nötig. Diesen erzeugten die Urmenschen durch die Reibung von 2 unterschiedlichen Steinen, Pyrit und einem Feuerstein. Der dadurch entstandene Funke wurde mit Reisig oder Zunder zum Glimmen gebracht. Dadurch konnte man endlich- unabhängig von Naturereignissen - über Feuer verfügen.

 

Eisen

 

Man vermutet, dass die Ursprünge von Eisen zum menschlichen Gebrauch aus der Zeit um 4.000 v.Chr. stammen. Im damaligen Sumer ( heute überwiegend im Süden Iraks gelegen) und Ägypten wurde Eisen aus Meteoriten gewonnen, gelöst mit Hilfe der Steinbearbeitung; mit Steinen wurden die Mineralien herausgelöst, bessere Werkzeuge gab es nicht. Pfannen und Gefäße aus Ton waren vermutlich die ersten Pfannen, die sich die Menschheit zu Nutze machte. Erst sehr viel später entstanden Pfannen aus Bronze und Eisen. Museale Stücke stammen aus der Zeit des Beginn 

des 1. Jahrhunderts n. Chr. Sie waren oft eher etwas oval, rechteckig, seltener rund.

 

Das heutige Wort Pfanne hat ihren Ursprung in der griechischen Bezeichnung patáne (πατάνη), lateinisch patina, althochdeutsch p(h)anna: erst eine Schüssel, später ein Kochgerät aus Metall zum Braten. Römische Legionäre hatten sie im Gepäck. Aus Platzgründen war es oft eine Eisenpfanne mit Klappgriff. Die Wikinger nutzen Eisenpfannen mit einem langen Stil in einer flachen Form, um damit z.B. Fladenbrot über dem offenen Feuer zuzubereiten. Eisenpfannen wurden im Altertum noch von Schmieden mit dem Hammer getrieben, ein Knochenjob. Mit Beginn der Industrialisierung wurden dafür mechanische Pressen eingesetzt, mehr dazu in meinem Kapitel "Schmiedearten".

 

Ganz erstaunliche - auch zeitliche - Parallelen zur Entstehungsgeschichte der Eisenpfanne im Nahen Osten und Europa findet man in Asien. Auch dort wurden erste Kochgeräte entwickelt, um das Feuer für die Zubereitung der Nahrungsmittel zu nutzen. Auch dort wieder aus dem Werkstoff Ton, der als erstes Material für die Kochgefäße zur Verfügung stand. Sie kennen diese Pfannenform. Es ist der Wok. Vermutlich wurde er im kantonesisch sprechenden Süden Chinas "erfunden". Ein Wok ist - flapsig übersetzt - nichts anderes als eine „gewölbte Pfanne mit einem hohen Rand“. Die Form des Woks war genial: Durch seine runde, halbkugelige Form mit seinen hohen, nach außen geneigten Wänden konnte man auf engstem Raum im Freien ( z.B. bei der Feldarbeit), auf primitiven Kochstellen, unter Einsatz von wenig Brennmaterial größere Mengen Nahrungsmittel in kürzester Zeit zubereiten.

 

Das war nicht nur praktisch und ernährungsphysiologisch gesehen eine sensationelle Erfindung. In einer einzigen Idee wurden auch die Grundzüge der chinesischen Gastrosophie verwirklicht: Scharfes Anbraten und schonendes Schmoren, Yang und Yin. Der Siegeszug des Woks weitete sich nach ganz China und Südostasien aus und hat auch mittlerweile in vielen Küchen der westlichen Welt einen festen Platz. Wenn ich mit meinem Thai Brenner draußen was leckeres bruzzle, dann woggle ich. Probieren Sie es aus, es lohnt sich.