Eisenpfannen   leicht   gemacht

 

 

Fit mit Fett

 

 

Um in einer geschmiedeten Eisenpfanne braten zu können, benötigen Sie ein geeignetes Bratöl bzw. Bratfett. In den ersten Wochen nach dem Einbrennen macht es durchaus Sinn, genug Öl einzusetzen, um die Patina weiter auszubauen. Danach würde ich den Ölverbrauch als absolut durchschnittlich bezeichnen. Ja, ja, ich weiß, Sie wollen doch abnehmen. Also weg mit der Eisenpfanne, her mit einer beschichteten Pfanne, ölfrei braten und  fettarm ernähren. Leichter kann Mann ( Frau) ja keine vermeintlich unnötigen Kalorien einsparen. Das Hüftgold schmilzt - auf den ersten Blick ein perfektes Szenario. Die Wahrheit ist aber leider eine andere...

 

In meinem Umfeld höre ich oft das Argument: " Eisenpfannen nehme ich nicht, da brauche ich ja viel zu viel Öl" - wieder mal so ein Paradebeispiel für das bereits von mir angesprochene "Schubladendenken". Die Verwendung und der Verzehr von geeigneten Ölen und Fetten macht nicht dick, ist nicht ungesund, das Gegenteil ist der Fall. Unser Körper braucht diese Substanzen für sein Immunsystem, für die Hormonproduktion, gute Blutwerte, Ihre Gefäße, für eine konstante, gleichmäßige Energiezufuhr, um z.B. die Bauchspeicheldrüse zu entlasten. Das Problem ist nicht die Verwendung eines guten Öls ( Fettes) mit seinen für den Körper wertvollen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren. Nein, es sind die sogenannten " Transfette". Eine Erfindung der Industrie, um Pflanzenöle für den Produktionsprozess zu standardisieren und deren Haltbarkeit zu erhöhen. Es sind die in vielen Backwaren, Halbfertigprodukten und in der Fast - Food Industrie verwendeten gehärteten Fette, die ihren Körper ebenso belasten, wie der übermäßige Konsum von Kohlehydraten mit all den bekannten negativen Folgeerscheinungen für Ihre Gesundheit. Es ist eben nicht ein Esslöffel Bratöl, den Sie in Ihrer geschmiedeten Eisenpfanne verwenden.

 

Einige Nationen wie z.B. die USA, Dänemark und andere Länder haben diese Gefahr erkannt und strenge Grenzwerte für den in der industriellen Produktion verwendeten Anteil an Transfetten erlassen -  die USA erwägen sogar ein komplettes Verbot in den nächsten 3 Jahren durch die FDA, der US - Lebensmittelbehörde. Die Tatsache, dass dies gerade in einem Land geschieht,  das es - ironisch ausgedrückt - bisher super hinbekommen hat, ernährungstechnisch möglichst viel falsch zu machen, sollte Ihnen zu denken geben.

Auch z.B. die chinesische Bevölkerung schafft es leider immer öfter, eigentlich historisch gewachsene, gesunde Ernährungsweisen durch "Industriefood" zu ersetzen. Hamburger, Chips und Donuts statt Knollen und anderem Gemüse stehen immer häufiger auf den Speiseplänen. In China sind mittlerweile über 300 Millionen Menschen übergewichtig, 100 Millionen leiden an Diabetes, das waren im Jahre 2013 ca. 12 % der Bevölkerung. Im Jahre 1980 waren es gerade mal 1% der Bevölkerung, Tendenz leider stark steigend.

 

Auch in diesem Beispiel gibt es wieder Parallelen, wie auch z.B. im Vergleich beschichtete Teflonpfannen zu geschmiedeten Eisenpfannen. Immer, wenn der Mensch versucht, alte Naturgesetze zu modifizieren, sie zu manipulieren, kann es kritisch werden. Zu oft steht eine Gewinnmaximierung, nicht das Wohl der Bevölkerung und der Schutz der Natur im Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Recherchieren Sie in diesem Zusammenhang auch bitte mal nach Isoclucose, TTIP - spätestens dann wissen Sie, was ich meine.

 

Sie denken jetzt vielleicht: Wieder so ein kapitalistenfeindlicher Umweltaktivist, Ernährungsguru, Gesundheitsterrorist, - einer, der keinen technischen Fortschritt will. Da muss ich Sie leider enttäuschen. Ich bin ein ganz normaler Bürger wie Sie auch. Aufgeschlossen für neue Dinge, Veränderungen, Innovationen, gepaart mit ein wenig Lebenserfahrung. In meiner bisherigen Vita hat es mir aber noch nie geschadet, nicht alles einfach so zu akzeptieren, als allgemeingültig hinzunehmen. Immer mit einem Zitat von Kurt Tucholsky im Hinterkopf, der sagte:  Toleranz ist der Verdacht, daß der andere Recht hat.

 

Ganze Brigaden von Chemikern, Wissenschaftlern, Ärzten, Gutachtern, Ernährungsberatern usw. haben sich bereits des Themas " Fett" angenommen. Es wäre viel zu vermessen meinerseits, dass ich es schaffen könnte, Ihnen auf einer Unterseite meiner Homepage all diese Erkenntnisse in ein paar Sätzen umfassend zu präsentieren.

 

Meine Botschaft auf dieser Seite an Sie: Arbeiten Sie in ihrer Küche mit frischen Zutaten, möglichst naturbelassen, bevorzugt aus Ihrem eigenen Garten oder Ihrer Region, vermeiden Sie industriell hergestellte Produkte, so oft und so gut Sie können. Bruzzeln Sie in ihren Eisenpfannen mit soviel Öl, wie Sie es für richtig erachten. Verwenden Sie dafür geeignete Öle und Fette in Temperaturzonen, die sich knapp unterhalb des Rauchpunktes bewegen. Wie bereits angesprochen gilt auch hier: Weniger ist oft mehr. Dies bezieht sich sowohl auf den Temperaturbereich als auch die Öl/Fettmenge. Sind geschmiedete Eisenpfannen gut eingebrannt, benötigen Sie nur noch wenig Öl. Das kann ein paar Monate dauern, in Relation zu der zu erwartenden Lebensdauer einer geschmiedeten Eisenpfanne ist das  aber lediglich nur eine kleine Sequenz auf einer Zeitskala von vielen Jahrzehnten.


Es gibt kein für alle Bratsituationen pefekt geeignetes Öl/Fett. Sie unterscheiden sich durch ihre "Herkunftsart" ( pflanzlich-tierisch), ihren unterschiedlichen Rauchpunkt, den Anteil an gesättigten bzw. ungesättigten Fettsäuren, ihren Anteil an Omega 3 - Omega 6 Fettsäuren, den jeweiligen für den Bratvorgang geeigneten Verwendungszweck. Was haben Sie von einem "supergesunden" Öl, welches zu hell, zu warm und über einen zu langen Zeitraum gelagert wurde? Erhitzen Sie es dann noch über den Rauchpunkt, dann wird es schwierig. Eigentlich sehr wertvolle, narürliche Substanzen verlieren dadurch ihre eigentlich für den menschlichen Organismus sehr positiven Eigenschaften.

Eine sehr hilfreiche Seite zu den unterschiedlichen Rauchpunkten von Ölen finden Sie auf der Seite der Firma "Öl - Kontor".

 

Die frische Zubereitung von Nahrungsmitteln in der Küche ist weder eine Frage der Zeit noch der Kosten. Wie sagten Steffi Graf und Boris Becker so treffend: " Tennis wird mit dem Kopf entschieden", " Große Matches werden immer im Kopf entschieden". Oder auch unser Altbundeskanzler Helmut Kohl: "Entscheidend ist, was hinten rauskommt“. Übersetzt für Sie: Auch ihre Ernährung wird nur in einem Kopf entschieden, in Ihrem. Ändern Sie bei Bedarf alte Kochgewohnheiten, ihr Essverhalten. Nicht morgen, übermorgen, sondern vielleicht sogar schon jetzt und sofort. Ihr Körper, Ihre Gesundheit werden es Ihnen danken, nicht die Lebensmittelindustrie.

 

Und ... noch eine Bitte zum Schluss: Gehen Sie beim Einkauf und der Zubereitung mit den Ihnen zur Verfügung stehenden Lebensmittel respektvoll um. Jeder, der eine eigene Tierhaltung oder einen eigenen Nutzgarten hat, weiß was ich damit meine. Lagern Sie ihre Lebensmittel fachgerecht, versuchen sie, möglichst wenig davon wegzuwerfen. Hinter den Produkten stecken Tiere, die für Sie ihr Leben verloren haben. Und Menschen, welche weltweit Nahrungsmittel für Sie angepflanzt, gehegt und gepflegt, geerntet haben. Leider für Tier und Mensch immer noch viel zu oft unter völlig unwürdigen, grausamen Bedingungen.