Eisenpfannen   leicht   gemacht

 

 

Eisenpfannen und Umwelt

 

 

 

 

Stellen Sie sich vor, Sie kaufen sich nach bestandener Führerscheinprüfung einen PKW, neu oder gebraucht. Sie fahren ihn z.B. 60 Jahre; so lange, bis es Ihre Gesundheit bzw. Ihre Fahrtüchtigkeit nicht mehr zulässt. Anschließend vererben Sie das Auto an ihre Enkelinnen und Enkel weiter, in einem Zustand, der besser als bei der Neuanschaffung ist. 

Ein völlig absurdes Szenario? Nein, nicht bei geschmiedeten Eisenpfannen. Durch meine Hände gingen

schon Pfannen, die aus den Kriegsjahren um 1940 stammten, die beiden Fischpfannen datieren aus dem Jahr 1900. Wir sprechen hier von einem Alter von über 116 Jahren, fast eineinhalb Menschenleben.  Nach entsprechender Reinigung und fachgerechtem Einbrennen waren sie mit Sicherheit besser als im Neuzustand, bei sachgerechter Pflege werden sie mindestens noch ein weiteres Menschenleben überdauern.

 

Haben sie sich schon über - wie auch auch immer beschichtete - Pfannen geärgert, da 

  • sich die Beschichtung zum Teil ablöste?
  • dadurch die Bratergebnisse immer suboptimaler wurden?
  • Sie deren Oberfläche nach wenigen Jahren als unansehnlich empfanden?
  • eine teure Neuanschaffung notwendig wurde?

Dann geht es Ihnen genau so wie mir vor Jahren. Meine persönliche Konsequenz daraus war, dass ich nach und nach meine beschichteten Pfannen entsorgt und nicht mehr ersetzt habe. Sollten Sie dies auch planen, habe ich eine kleine Bitte: Entsorgen Sie ihre alten Pfannen nicht in der Restmülltonne.

 

Manche Hersteller bieten Ihnen die Möglichkeit, ihre "Altpfannen" bei Neukauf anrechnen zu lassen.

Das bedeutet, dass Sie ein ein paar Euros bei einem Neukauf einer Pfanne angerechnet bekommen.

Befürchte jedoch, dass das Angebot an geschmiedeten Eisenpfanne sehr begrenzt sein wird...

Ansonsten bietet sich eine Entsorgung über einen Wertstoffhof bzw. über einen Alteisensammler an.

Durch diese Maßnahmen schonen Sie die Umwelt und schonen die Resourcen.

 

Auch an dieser Stelle noch ein paar Gedanken zu Teflon® - beschichteten Pfannen.

Der junge Chemiker Roy Plunkett experimentierte 1938 mit Kältemitteln für Kühlschränke.

Zufällig entdeckte er dabei ein kunststoffähnliches Material, das sich als chemisch besonders widerstandsfähig herausstellte. 5 Jahre später wurde es militärisch zum Bau einer Atombombe in New York verwendet. Teflon® wurde 1941 von DuPont patentiert, den Namen ließen sie 1944 als Markenzeichen eintragen. Im Jahre 1954 begann der Siegeszug der mit PTFE ( Polytetrafluorethen) beschichteten Pfannen unter dem Namen Teflon®. Colette Gregoire, die Frau des französischen Chemikers Marc Gregoire, hörte von ihrem Mann von dem neuen Werkstoff. Sie begann, Pfannen damit auszukleiden, während er sich damit befasste, seine Angelschnüre damit reibungsärmer zu machen.

 

Bis heute wurden mehr als 3 Milliarden ( !) beschichtete Töpfe und Pfannen aus Teflon® verkauft. Bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 5 Jahren nach dem Neukauf können  Sie sich selbst ausrechnen, in welchen - auch umweltbelastenden - Dimensionen wir uns hier bewegen,  ein Millardengeschäft für die industrie. Den höheren Energiebedarf im Vergleich zu geschmiedeten Eisenpfannen lasse ich jetzt mal weg.

 

Diese Betrachtungweise ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Früher hat man schonmal Äpfel mit Nägeln bespickt, um einen Eisenmangel auszugleichen. Dadurch enstand Eisenmalat, ein zweiwertiges Salz, welches in Verbindung mit Vitamin C  gut vom menschlichen Körper aufgenommen werden konnte. Die Kumpels im Untertagebau nahmen gerne Kanarienvögel mit an ihren Arbeitsplatz.

Diese - meine die Vögel - waren sehr sensibel, reagierten frühzeitig auf ausströmende Gase  in der Atemluft, eine Art Frühwarnsystem für die Bergleute. Das bedeutet jedoch keinesfalls, dass Sie in Ihrer Küche einen Kanarienvogel oder vielleicht einen "Osterhasten" halten sollen, um giftige Dämpfe  aus beschichteten Pfannen frühzeitig erkennen zu können. Aber vielleicht denken Sie mal darüber nach...

 

Ich pesönlich nehme - als Konsequenz daraus - lieber Eisenspuren aus meinen  geschmiedeten Eisenpfannen zu mir als vielleicht Polytetrafluorethylen einzuatmen.  Dies kann z. B. dadurch entstehen, dass erwärmte Teflonpfannen "ausgasen",  gesundheitsgefährdende Substanzen können dadurch freigesetzt werden. Das ist das eigentliche potentielle Risiko dieses Pfannentyps, nicht die oft viel zitierten  - eher unbedenklichen - Auflösungserscheinungen von Teflonpfannen auf ihrer Bratoberfläche, ihrer Beschichtung. Früher hat man schonmal Äpfel mit Eisennägeln gespickt, nach einer gewissen Einwirkzeit den Nagel wieder herausgezogen und der Apfel wurde gegessen - um Eisenmangeldefizite auszugleichen. Weitere Infos zu diesem Themenkomplex können Sie auf meiner Unterseite " Tausendsassa Eisenpfanne" nachlesen.

 

Das Rad wurde ca. 3.500 Jahre v. Chr. erfunden, Eisenpfannen eroberten erst sehr viel später die Kochstellen, da die dafür benötigten Eisenerze und die Schmelzöfen nicht bzw. nicht  in ausreichenden Mengen zur Verfügung standen.

 

„Beide revolutionären Gegenstände - Das Rad und die Eisenpfanne - verdanken ihren Erfolg ihrer Genialität, oft kopiert, nie erreicht.“